ASB erfüllt mit Sonderfahrten letzte Wünsche

Marianne Sommermeyer hat einen sehnlichen Wunsch: Vor ihrem Tod möchte die 85 Jahre alte Helmstedterin einmal noch ein Ballettstück von Tschaikowski erleben. Das hat sie gegenüber dem Hospizverein, der die an Magenkrebs erkrankte Frau begleitet, im Gespräch mit unserer Zeitung geäußert.

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Am kommenden Sonntag geht ihr Wunsch in Erfüllung. Sie wird die Ballettaufführung „Der Nussknacker" im Magdeburger Opernhaus besuchen. Ermöglicht wird der Transport durch den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), dem in dieser Woche ein besonderes Fahrzeug zur Verfügung steht: ein Wünschewagen des ASB-Landesverbands.

Der für viel Geld umgerüstete Krankentransportwagen begleitet und betreut schwerstkranke Menschen jeden Alters bei der Erfüllung ihres letzten Wunsches. Das können Fahrten zu persönlich bedeutsamen Orten sein, ein gemeinsamer Familienausflug, der Besuch eines Konzerts oder einer Sportveranstaltung. Pfleger, gegebenenfalls auch Ärzte, sind immer mit an Bord. Für den Fahrgast ist der Dienst kostenfrei, das Projekt finanziert sich aus Spenden.

Bundesweit gibt es 15 solche Wünschewagen. Wenn der Bedarf groß genug ist, plant die Sektion Südost Niedersachsen – in einer länderübergreifenden Kooperation mit Sachsen-Anhalt – einen eigenen anzuschaffen, sagte Hans-Jürgen Schünemann. Der ASB-Kreisvorsitzende stellte das Konzept am Dienstag in der ASB-Zentrale an den Tonwerken in Emmerstedt vor geladenen Gästen aus Politik und Verwaltung vor.

Dietmar Grajcar, Geschäftsbereichsleiter für Soziales beim Landkreis Helmstedt, lobte das Konzept mit den Worten: „Es ist eine Verneigung gegenüber dem Leben. Einfach wunderbar." Auch Christine Germer, Leiterin der Palliativmedizin in der Helios-Klinik, und Brigitta Küpper, ehrenamtliche Helferin im Hospizverein Helmstedt, schauten sich den Wünschewagen und eine TV-Dokumentation dazu an – und waren begeistert: ,„Das ist bombastisch", sagte Germer.

An den ASB-Dienststellenleiter Thomas Jacob gerichtet, fügte sie hinzu: „Falls Sie für solche Fahrten Unterstützung oder Bescheinigung von uns brauchen: Ein kurzer Anruf genügt." Thomas Jacob koordiniert für den Kreis Helmstedt das Projekt und würde – wenn terminlich alles passt – den in Hannover stationierte Wünschewagen für weitere Sonderfahrten nach Helmstedt holen. (Jüregen Paxmann)

(Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 12.12.17)

Hinweis:
Der Wünschewagen des ASB Niedersachsen mit Standort und Team beim ASB Hannover wird zurzeit in einer Pilotphase erprobt und geht voraussichtlich im Frühling 2018 in den regelmäßigen Betrieb. Wer mehr über das Projekt Wünschewagen erfahren möchte, informiert sich auf Facebook ASB-Wünschewagen oder der Website ASB-Wünschewagen.